Der Vorschlag · Verzierungen · Musiktheorie
Der lange Vorschlag ist eine kleine Note im Sekundabstand zur Hauptnote, die auf den Schlag fällt und einen Teil ihres Werts nimmt: die Hälfte bei einer…
Der Vorschlag
Der lange Vorschlag ist eine kleine Note im Sekundabstand zur Hauptnote, die auf den Schlag fällt und einen Teil ihres Werts nimmt: die Hälfte bei einer einfachen Note und zwei Drittel bei einer punktierten. Er erzeugt eine kleine Dissonanz, die sich in die Hauptnote auflöst.
Der kurze Vorschlag hat einen durchgestrichenen Hals. Er wird sehr schnell gespielt, direkt vor der Hauptnote, die kaum Zeit verliert.
Lang und kurz in der Geschichte
Der lange Vorschlag stützt sich auf die verzierte Note selbst, und seine Dissonanz ist das Ausdrucksvolle: Man erreicht ihn meist im Sprung und verlässt ihn schrittweise in Gegenrichtung. Der kurze Vorschlag war im 18. Jahrhundert etwas anderes: eine mit dem Akkord angeschlagene und sofort losgelassene Note.
Im 19. Jahrhundert bezeichnete er dann eine sehr kurze Note, mit einem Strich notiert. Ein nicht durchgestrichener Vorschlag kann je nach Komponist Verschiedenes bedeuten, und in der Klassik hat er oft einen Wert, der nicht seiner geschriebenen Form entspricht: Man muss ihn aus dem Zusammenhang erschließen.